Diesmal wollten wir
etwas Besonderes auf die Beine – genauer gesagt – auf die Räder stellen und es
sollten derer 4 sein (Reserverad diesmal nicht mitgezählt). Der Kenner weiß
worum es geht – die Tiger sind los! 50 Jahre TG 500 sind Anlass genug zu
feiern!
Im Dezember – es ist
ja noch soviel Zeit bis Anfang Februar – fand bei uns eine große Vorbesprechung
mit Familie Haffner aus Nordenham, Dirk Ketelsen aus Kiel, Jürgen Körting aus
Hamburg, Gustav Mundhenke mit Miriam, Familie Schülke und Gerd Traue aus Bremen
statt. Es galt die Raubkatzen in Szene zu setzen und dazu fiel uns natürlich sofort
das Thema „Zirkus“ ein. Aus dieser Idee wurde langsam ein Messeauftritt. Gitterelemente
zum Schutz des Publikums, das Wichtigste bei einem Auftritt dieser Art, waren
vorhanden.
Die noch zu klärenden
Fragen waren klar:
Schnell wurde
maßstabsgerecht mittels Playmobilutensilien und KaRo-Revellmodellen eine kleine
Messewelt gebastelt. Und schon sprudelten die Ideen: Im Vordergrund die Gitter,
im Hintergrund eine mit buntem Stoff behängte Wand mit Zirkustor und großem
Schild mit dem Schriftzug „Zirkus Messerschmitt“ und als I-Tüpfelchen ein
Tigermotor zum Anfassen.
Und nun begann die
Arbeit:
Gustav Mundhenke
zauberte goldfarbige Säulen und Schilderrahmen aus Bauschaum und Goldspray und
seine Freundin Miriam die passenden Beschriftungen. Haffners steuerten außer ihrem
Tiger noch jede Menge zirkusrotgefärbter Tücher bei. Unter Einsatz aller
Farbtöpfe des „Fotoshops“ erstellte Dirk die passenden Zirkusplakate. Jürgen
brachte außer seinem (lautem) TG500 noch den obligatorischen Reisekoffer aus
den 50igern mit, prall gefüllt mit seinem Lieblingsgerstensaft, und Gerd
stellte seinen silbernen Renntiger und natürlich einen originalen TG-Motor zur
Verfügung. Auch wir stifteten noch einen Tiger und waren ansonsten für den
Aufbau der Gitter, die Organisation der bunten Dekostoffe (original aus dem
Bremer Goethetheater), die Illumination des ganzen Zirkus und
selbstverständlich für das Catering zuständig.
Spannend blieb die
Frage, ob all die bunten an verschiedenen Orten gebastelten Dinge am Schluss
zusammenpassen würden. Aber alles fügte sich beim Aufbau in den Messehallen
wunderbar aneinander.
Der Startschuß zur
Messe fiel am Freitagmorgen um 10 Uhr. Die Messe war wie in all den Jahren
wieder sehr gut besucht. Uns beschäftigten erwartungsgemäß wieder die 3
Hauptfragen: 1. Wie schnell? 2. Wie teuer? 3. Woher bekommt man noch so Einen? Von
wirklichen Dummschwätzern wurden wir aber weitgehend verschont – das Gitter
zeigte seine Wirkung.
Rührend war immer die
Frage: „Sagen Sie, es gab den Messerschmitt doch auch mit 3 Rädern!?“ So aber
nicht weiter verwunderlich, gab es doch auf der ganzen Messe keinen einzigen KaRo.
Auch Oliver Herboltzheimer, selber mit einem Messestand vertreten, stellte nur die
Rohkarosse eines Tigers aus.
Interessant war das
Gespräch mit einem ehemaligem TG-Besitzer, der uns mit Wehmut den Untergang
seines Gefährtes schilderte: Erst ging der Motor kaputt, den er dann in eine
Werkstatt zum Reparieren brachte und der nach wenigen Tagen fertig sein sollte.
Aber aus Tagen wurden Wochen und aus Wochen Monate – als immer noch kein
repariertes Aggregat zu vermelden war, entschloss er sich den Rest in einer
wilden Müllkippe zu entsorgen. Er hat ihn eigenhändig den Müllberg
runtergerollt. Ja, ja, die Zeiten sind wohl vorbei, wo man solche Verbrechen
beging.
Der Samstagabend
klang mit einem gemütlichen Essen beim Griechen für alle Akteure aus.
Am Sonntag kam ein
Vertreter der Messegesellschaft vorbei und bat uns zur Prämierung der besten
Clubpräsentationen. Unsere Repräsentanten waren schnell gefunden: Gustav und unser
Sohn Alexander, der der Jury am Tag zuvor unsere Fahrzeuge fachmännisch erklärt
hatte, wollten den Preis, so es einen geben sollte, auf der Bühne in Empfang
nehmen. Und es gab ihn wirklich:
Einen respektablen 3.
Platz in der Gesamtbewertung aller Clubstände!
Alexander erklärte dem
versammeltem Publikum, dass er uns dieses Jahr doch dringend gebeten hätte, uns
anzustrengen, damit wir auch einmal einen Preis bekämen – er hatte die Lacher
auf seiner Seite.
Am Sonntagabend haben
wir dann unseren Zirkus wieder eingepackt. Das ging zügig vonstatten – im Abreißen
sind wir die Größten! Und am Montag rollten alle Direktoren, Dekorateure und
Dompteure wieder nach Hause, um sich zu erholen.
Aber alle waren sich
einig: es war eine gelungene Messe und ein schönes Beisammensein. Nächstes Jahr
wieder!